Viele Badekappen und genauso viel Nervosität: Der Bezirkswettbewerb der Wasserwacht-Jugend in Landau

Simone Zenner
Gemeinsam auf dem Siegerfoto: Die Erstplatzierten der Altersstufen 1, 2 und 3 beim Bezirkswettbewerb der Wasserwacht-Jugend Niederbayern/Oberpfalz. Mit ihren Erfolgen sicherten sich die Teams die Teilnahme am Landeswettbewerb.

Wenn das Hallenbad bebt und im Klassenzimmer plötzlich fachmännisch Verbände angelegt werden, dann ist es wieder so weit: Der jährliche Bezirkswettbewerb der Wasserwacht-Jugend Niederbayern/Oberpfalz rief und 19 Mannschaften aus unserem Bezirk folgten dem Ruf ans Gymnasium nach Landau an der Isar.

Simone Zenner
Vorbereitung für die nächste Disziplin: Am Beckenrand halten Betreuer die Tauchringe ins Wasser, durch die die Teilnehmer beim Rettungsschwimm-Wettbewerb tauchen müssen.

Von Simone Zenner

Landau an der Isar. Es war ein Tag voller Adrenalin, Teamgeist und beeindruckendem Fachwissen. Rund 150 Teilnehmer im Alter von acht bis 16 Jahren zeigten, dass die Zukunft der Wasserrettung in unserem Bezirk in den besten Händen liegt.

Der Schiedsrichter neben dem Beckenrand pfiff an und die Menge tobte, dass sie dem Blaulicht Konkurrenz machte. Im Schwimmbad entlud sich eine Mischung aus Siegeswillen, Enthusiasmus und purem Spaß. 

„Seid ihr genauso aufgeregt wie die Kinder?“, fragte ich eine Betreuerin der Ortsgruppe Weiherhammer. Die Antwort kam prompt: „Ja, wir eigentlich noch mehr!"

Von der Rettungsring-Staffel bis zum Transport von Gymnastikbällen wurde alles abverlangt. Ein Betreuer aus Berg bei Neumarkt behielt trotz des knappen Rennens die Ruhe: „Es ist eine enge Kiste, mal gewinnen wir, mal verlieren wir. Aber es macht tierisch Spaß!“

Simone Zenner
Ernstfall-Training im Wettbewerb: Nach einem simulierten Sturz aus dem zweiten Stock kümmern sich Teilnehmer um eine verletzte Person. Bei der Erste-Hilfe-Station sind Teamarbeit, schnelles Handeln und ein kühler Kopf gefragt.

Besonders packend wurde es bei der Ersten-Hilfe-Praxis. Ein Szenario: Mehrere Stürze von Teilnehmern aus dem zweiten Stock, Verletzte, helle Aufregung. 

Den Jugendlichen, die den „Unfallort“ betraten, sah man die Anspannung an. „Wir waren schon erst mal geschockt.“ Auf der simulierten Unfallstelle befanden sich Patienten-Darsteller, die sehr realistisch klagten, schrien und es den Teilnehmern sicher nicht einfacher machten, als es im echten Ernstfall auch der Fall wäre. 

Das Problem mit den Farben

Jede Gruppe, die dort reinging, war als Team unterwegs. Ein Teilnehmer schmunzelte nach dem Einsatz: „Ich habe eine leichte Farbschwäche und nicht gesehen, dass die Person blass war, deshalb hätte ich sie eigentlich setzen müssen. Aber als Team haben wir uns trotzdem super um alle gekümmert!"

Genau das zählt: Der Blick für den Menschen und das gemeinsame Handeln unter Zeitdruck.

Simone Zenner
Bei der Erste-Hilfe-Fertigkeitsprüfung zeigen die Teilnehmer ihr Können: Hier wird ein Kopfverband korrekt angelegt.

Nach einem langen Tag voller Action im Wasser und Konzentration in den Klassenzimmern stieg die Spannung am späten Nachmittag im Gymnasium noch einmal an. 

Die Siegerehrung stand kurz bevor. Hans Rampf, Vorsitzender des BRK Bezirksverbandes, fand in seiner Rede genau die richtigen Worte für die Leistung der Jugendlichen.

Die Mühe hatte sich gelohnt

„Wir sind richtig stolz, dass wir mit euch eine Zukunft für Niederbayern-Oberpfalz darstellen können und werden. Ihr nehmt das Ganze ernst, ihr zeigt Einsatz und das verdient ein dickes Lob!“, sagte er.

Gemeinsam mit Landaus Bürgermeister Matthias Kohlmayer und dem Bezirksvorsitzenden der Wasserwacht, Franz-Josef Hock, wurden schließlich die glänzenden Medaillen überreicht. 

Es war ein Moment voller Stolz, bei dem man jedem Teilnehmer ansah: Die Mühen des Trainings haben sich gelohnt.

Die Ergebnisse

In einem hart umkämpften Feld haben sich einige Gruppen besonders hervorgetan. Ein riesiger Glückwunsch geht an die Erstplatzierten, die unseren Bezirk beim Landeswettbewerb vertreten dürfen.

Altersstufe 1 (acht bis zehn Jahre)
1. Berg
2. Viechtach
3. Schwarzenfeld

Altersstufe 2 (elf bis 13 Jahre)
1. Berg
2. Neumarkt
3. Nabburg

Altersstufe 3 (14 bis 16 Jahre)
1. Viechtach
2. Cham
3. Nabburg

Simone Zenner
Wissen trifft Wettbewerb: Bei der GNU-Station treten die Teams mit einem Quizspiel gegeneinander an und beantworten Fragen rund um Natur- und Umweltschutz.

Der Wettbewerb

Damit so ein Tag funktioniert, braucht es Disziplin und Vielseitigkeit. Hier ein kleiner Einblick, was die 19 Teams alles meistern mussten:

  • Im Wasser: Sechs verschiedene Staffeln (vom Rettungsring bis zur Rettungsboje) verlangten Schnelligkeit und Technik.
  • An Land: Theorie-Prüfungen zum Thema „Ertrinken vermeiden“, Erste-Hilfe-Fertigkeiten und die blitzschnelle Wurfsack-Staffel
  • Ohne Wertung, aber wichtig: Stationen zum Natur- und Umweltschutz sowie die Fotostation für die obligatorischen (und wohlverdienten) Team-Erinnerungsbilder

Ein herzliches Dankeschön geht an alle Schiedsrichter, die Organisatoren des Bezirksverbands und natürlich an das Gymnasium Landau, das uns so herzlich aufgenommen hat!

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Badekappen auf, Verbände bereit und Vollgas für die Wasserwacht!