
Mit Hans-Peter Dorsch hat sich einer der prägenden Köpfe der bayerischen HIV/Aids-Arbeit verabschiedet. Seit 1992 leitete der Diplom-Psychologe die Psychosoziale Aids-Beratungsstelle Oberpfalz. Insgesamt 37 Jahre lang setzte er sich unermüdlich für Menschen in besonders verletzlichen Lebenslagen ein. Nun beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt.
Von Simone Zenner
Regensburg. 1985 war HIV ein Schreckgespenst, medizinische Erkenntnisse waren rar, eine Diagnose kam oft einem Todesurteil gleich. In dieser Zeit entschied sich ein junger Psychologie-Student in Regensburg, seine Diplomarbeit über das Thema HIV zu schreiben. Ein mutiger Schritt und der Beginn einer lebenslangen Berufung.
Kurz darauf wurde Hans-Peter Dorsch Gründungsvorstand der Aids-Hilfe Regensburg und prägte ab 1988 den Aufbau der Psychosozialen Aids-Beratungsstelle Oberpfalz. 33 Jahre lang leitete er die Einrichtung.
„Ich habe während meiner ganzen Arbeitszeit immer mit Menschen gearbeitet, die in existenziellen Krisensituationen waren. Diese Arbeit konnte ich nur mit ganzem Einsatz und aus vollem Herzen machen, wenn ich diesen Menschen gerecht werden wollte“, sagt er heute.
Ich habe während meiner ganzen Arbeitszeit immer mit Menschen gearbeitet, die in existenziellen Krisensituationen waren. Diese Arbeit konnte ich nur mit ganzem Einsatz und aus vollem Herzen machen, wenn ich diesen Menschen gerecht werden wollte.
Hans-Peter Dorsch
Hans-Peter Dorsch brachte Projekte auf den Weg, die heute aus der regionalen Präventions- und Unterstützungsarbeit nicht mehr wegzudenken sind:
Bürgerschaftliches Engagement hat in meinem Leben neben der Familie immer eine sehr große Rolle gespielt und wird ziemlich sicher weiter eine große Rolle spielen.
Hans-Peter Dorsch
Zum 30. November 2025 hat Hans-Peter Dorsch die Leitung der Psychosozialen Aids-Beratungsstelle Oberpfalz an seine Nachfolgerin, Katharina Pfaff, abgegeben. Mit dem 1. Dezember beginnt für ihn ein neues Kapitel, frei von festen Plänen, aber voller Möglichkeiten.
„Das Schöne ist, dass ich jetzt nichts sofort planen muss. Ich darf mir Zeit lassen. Was für ein Luxus“, betont er. Sicher ist für ihn nur: Bürgerschaftliches Engagement bleibt Teil seines Lebens, ebenso wie Zeit für Familie und Erholung.