
Ein Wochenende, viele Teams, ein Ziel: In Neutraubling haben unsere Nachwuchsretter aus Niederbayern und der Oberpfalz gezeigt, was in ihnen steckt! Wir werfen für euch einen Blick hinter die Kulissen des Wettbewerbs. Aber pssst: Weil die anderen Bezirke in Bayern mit den gleichen Aufgaben erst noch an den Start gehen, verraten wir heute nur so viel, dass wir deren Wettbewerbsvorteil nicht gefährden. Eines ist aber sicher: Die Leistung unserer Gruppen war super und die Tickets für den Landeswettbewerb sind gelöst!

Von Simone Zenner
Neutraubling. Wenn Samstagmorgen um 6:30 Uhr die Flure der Mittelschule Neutraubling zum Leben erwachen, herrscht eine ganz besondere Stimmung. Es ist eine Mischung aus Vorfreude, Nervosität und dem festen Willen, als Gruppe alles zu geben. Rund 200 Kinder und Jugendliche aus dem gesamten Bezirk folgten dem Ruf zum diesjährigen Bezirks-Kräftemessen, um sich im besten Fall für den Landeswettbewerb zu qualifizieren.

Nervenkitzel an den Praxis-Stationen
„Es war ein Tag voller Adrenalin und beeindruckendem Fachwissen“, berichtet Bezirksvorsitzender George Scarr. Besonders packend wurde es an den Erste-Hilfe-Stationen. In realistisch nachgestellten Unfallszenarien mussten die Gruppen zeigen, dass sie auch unter Zeitdruck einen kühlen Kopf bewahren.
Was genau auf dem „Unfallort“ passierte? Das bleibt vorerst ein Geheimnis. Nur so viel sei verraten: Es wurde fachmännisch verbunden, getröstet und strategisch gehandelt. „Wir waren erst mal kurz geschockt vom Szenario, aber als Team haben wir uns super um alle gekümmert“, schmunzelte eine Teilnehmerin nach ihrem Einsatz.

Kreativität trifft auf taktisches Geschick
Nicht nur medizinisches Wissen war gefragt. Im idyllischen Innenhof des Seniorenheims verwandelten sich die Jugendlichen in Impro-Schauspieler. Bei der musischen Aufgabe blieb nur wenig Vorbereitungszeit, um die Jury mit einer kreativen Theatereinlage zu überzeugen. Das Ergebnis: viel Gelächter auf der Bühne und im Publikum und ein tosender Applaus von den Ehrengästen.
Strategisch wurde es bei den Team-Stationen. Hier ging es um Kommunikation pur: Informationen mussten geteilt, Symbole gedeutet und Karten gelesen werden. Wer hier nicht als Team funktionierte, verlor wertvolle Zeit. „Genau das zählt: Der Blick für den Mitmenschen und das gemeinsame Handeln unter Zeitdruck“, so das Fazit der Schiedsrichter.
In einem hart umkämpften Feld haben sich die Erst- und Zweitplatzierten das Ticket für den Landeswettbewerb gesichert.
Stufe Bambini
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3

Doch was steckt eigentlich hinter diesem jährlichen Spektakel? Der Bezirkswettbewerb ist das Herzstück der JRK-Arbeit und bildet die zweite Ebene einer dreistufigen Wettbewerbsfolge. Wer hier antritt, hat sich bereits als Siegergruppe auf Kreisebene qualifiziert. Es ist ein Kräftemessen der besten Gruppen aus ganz Niederbayern und der Oberpfalz, aufgeteilt in verschiedene Altersstufen von den „Bambinis“ (ab sechs Jahren) bis hin zu den jungen Erwachsenen der Stufe 3 (bis 27 Jahre).
Dabei geht es um weit mehr als reines Faktenwissen. Die Teams messen sich in fünf großen Bereichen: Erste-Hilfe-Praxis und -Theorie, einem musisch-kreativen Teil, dem Bereich „Rotkreuz-Wissen“ sowie einem Bereich für Allgemeinbildung und Spaß (dem sogenannten „Schlaubayer“). Es gewinnt nicht die Einzelperson, sondern immer die Gruppe, die am besten harmoniert. Für die jeweils zwei besten Teams jeder Stufe geht die Reise nun weiter zum Landeswettbewerb, wo sie gegen die Sieger aus ganz Bayern antreten dürfen.